… am Abendprogramm am 25. Februar 2016

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Robert Obrist                              Foto: Rahel Sprunger

 

Referat von Robert Obrist, FiBL

Richtlinien oder Eigenverantwortung?

Richtlinien lassen sich im Biolandbau nicht abschaffen. Dieser Meinung waren alle anwesenden 15 Personen, welche dem Vortrag von Robert Obrist sehr interessiert gefolgt sind und engagiert mitdiskutiert haben.

Die Landwirtschaft geniesst bei der nichtbäuerlichen Bevölkerung sehr viel Wohlwollen. Die resultierenden Direktzahlungen setzen aber Kontrollen auf den Betrieben voraus. Dass die Anzahl der Richtlinien in den letzten Jahren massiv angestiegen ist und identische Betriebs-angaben von verschiedenen Organisationen geprüft werden, hat den Unmut der Landwirte gesteigert.

Robert Obrist ist der Meinung, dass sich die Betriebsleiter vom Richtlinien-Wirrwarr lösen sollten. Wenn man diese nur als Leitplanken versteht, dann wären Weiterentwicklungen auf den Betrieben möglich. Jeder Betrieb ist ein Unikat, eine Individualität. Auf dieser Einzigartigkeit kann die Nachhaltigkeits-Analyse, entwickelt vom FiBL und HAFL, aufgebaut werden.

Die Analyse ist bekannt unter dem Namen RISE oder MONA (Massnahmen-orientierte-Nachhaltigkeits-Analyse). Das Betriebsleiterpaar muss für die Aufnahme der Betriebsdaten mit ca. 2 Stunden rechnen. Der Zugang zu sensiblen Daten, wie z.B. Finanzierungen, Buchhaltung, Zwischenmenschlichem muss möglich sein. Folgende 10 Indikatoren tragen zum Betriebsbild bei: Bodennutzung, Tierhaltung, Materialeinsatz und Umweltschutz, Wassernutzung, Energie und Klima, Biodiversität, Arbeitsbedingungen, Lebensqualität, Wirtschaftlichkeit, Betriebsführung. Aus diesen Angaben entsteht ein „Spinnen-Bild“, wie man es von Wahlprofilen kennt.

Das Interview wird ausgewertet, Schritte zur Weiterentwicklung auf dem Betrieb werden besprochen und vom Betriebsleiterpaar in Angriff genommen. Ein Kontrolltermin macht die Abmachung verbindlich.

Die Kosten dieser Analyse belaufen sich auf Fr. 1‘200.–. Die Finanzierung soll durch den Nutzniesser, die öffentliche Hand und Label Inhaber abgedeckt werden.

Fazit: Die Richtlinien sollen auf das Wesentliche beschränkt werden und nur Punkte abdecken, die kontrolliert werden können. Als Ergänzung soll die Analyse der Betriebs-Individualität in den Vordergrund rücken. So kann man die Weiterentwicklung der Höfe forcieren und unterstützen.

Zusammenfassung: Marianne Jaggi, Sekretariat Bio Nordwestschweiz


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