Baselbieter Spezialkulturen

Förderprogramm gut auf Kurs

 

„Stillstand ist Rückschritt“ nach diesem Motto haben der Bauernverband beider Basel (BVBB), der Baselbieter Obstverband (BOV) und das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain (LZE) Anfang 2015 das «Förderprogramm Baselbieter Spezialkulturen» initiiert. 1,5 Millionen Franken über 5 Jahre werden eingesetzt, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Baselbieter Spezialkulturen-Branche zu fördern. Neue Ideen und Pioniergeist sowohl im Vorerntebereich als auch im Nacherntebereich (Verarbeitung, Vermarktung) sind gefragt und werden gefördert, wobei grosses Gewicht auf die finanzielle Tragbarkeitsberechnung und auch die ökologische Nachhaltigkeit des Vorhabens gelegt wird. Welche Anträge gefördert werden, entscheidet nach kritischer Prüfung und meistens mehreren Verbesserungsrunden der Strategische Ausschuss mit je einem Vertreter aus BVBB, BOV und dem LZE. Die allgemeinen Bedingungen und diverse projektspezifische Anforderungen werden als Leistungsvereinbarung vertraglich festgehalten. Das Programm fördert maximal einen Drittel der vom Antragsteller selbst aufgebrachten Mittel.

Bis heute wurden 14 von insgesamt 24 Anträgen bewilligt, und diese haben nun bereits ihre erste Saison hinter sich. Die Palette reicht vom Bio-Kräuteranbau über den Anbau ganz neuer Kulturen wie Aronia- und Goji-Beeren bis hin zu Spross-Salaten oder Trüffel, deren Produktion auf allen Ebenen ganz neue Anbaumethoden benötigt. Auch Basel-Stadt, Riehen und Bettingen beteiligen sich finanziell am Teilprojekt zur Kontrolle der Kirschessigfliege, welches vom Ressort Spezialkulturen am Ebenrain koordiniert wird; und dank diesem soliden Fundament sogar auf’s Niveau internationaler Zusammenarbeit im Rahmen eines Interregprojekts zusammen mit Baden-Württemberg, dem Elsass und den Kantonen Aargau und Solothurn gehoben werden konnte („InvaProtec“).

Alle Projekte hatten natürlich mit dem einen oder andern Einstiegsproblem zu kämpfen; doch sind heute alle erfolgreich unterwegs. Eine fundierte Erfolgsanalyse liefert jeweils der Jahresberichte, den jedes Projekt dem Strategischen Ausschuss abliefert. Momentan sind 7 weitere Projekte in der Pipeline.

Noch sind die Mittel bis Programmende von 2020 nicht vollständig ausgeschöpft. Das LZE freut sich über weitere zukunftsträchtige Projektideen. Alle Infos und Dokumente sind auf der Website www.ebenrain.ch > Förderprogramm Spezialkulturen erhältlich. Auskünfte erteilt ihnen gerne der Programmkoordinator Franco Weibel, Ressort Spezialkulturen (061 552 21 46).

Interessierte aus dem Kanton Solothurn können sich unter Umständen an einem Baselbieter Projekt anschliessen und dafür die Mittel aus dem Mehrjahresprogramm Landwirtschaft Kanton Solothurn beantragen. Dies hätte zwei Vorteile: 1. der/die Solothurner AntragstellerIn müsste nicht einen ganzen Projektantrag von Null auf schreiben; 2. es könnten sich sehr interessante Synergieeffekte einstellen. Interessierte aus dem Kanton Aargau sollten sich beim Aargauer Landwirtschaftsamt melden.

 

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Familie Speiser in Anwil hat im Winter 2015/16 3.4 ha Bio-Aronia Beeren gepflanzt. Das Baselbieter Wirtschaftsförderprogramm Spezialkulturen unterstützt das Projekt, weil es innovativ, vernetzt und wirtschaftlich solid geplant ist. Zum Hacken der Pflanzstreifen hat die Familie Speiser in Zusammenarbeit mit dem LZE ein effizientes und bodenschonendes Hackgerät gebaut.


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